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Amerika, Traum, Mythos und Wirklichkeit - Teil 1

Amerika, Traum, Mythos und Wirklichkeit
Bericht über die Route 66 Tour vom 16. Juni - 02. Juli

-Teil 1 von Chicago, Illinois, zum Midpoint in Adrian, Texas-
 
Irgendwann im Laufe des Jahres 2013 keimte plötzlich und ohne erkennbaren Grund die Idee bei uns auf, doch einmal die Vereinigten Staaten von Amerika auf einer Harley von Chicago nach Los Angeles, nach Möglichkeit auf der Route 66, zu „erfahren“.  Aus dieser Idee wurde dann die nachfolgende Tour.

Über Köln, mit Zwischenstopp in München erfolgte die Anreise nach Chicago. Nach der Übernahme einer Harley Davidson, Modell 103er  E-Glide Ultra Limited, 6.039 Miles, wurde zuerst noch eine Stadtrundfahrt und eine Besichtigung des Willis (früher Sears) Towers (höchstes Gebäude in Chicago mit einem wunderbaren Rundblick über die Stadt) durchgeführt.

Am nächsten Tag verließen wir Chicago, nach Springfield und durchfuhren eine Vielzahl von Vororten und kleinere Städte bis wir schließlich auf´s Land kamen. Die Route 66 wurde nach Möglichkeit befahren bzw. wie den Bildern teilweise zu entnehmen ist, befindet sich neben der jetzt bezeichneten Route 66, teilweise mit Gras bewachsen und gesperrten Überquerungen, die Originalstraße.

Von Springfield, Illinois, geht es über St. Louis, Missouri und der Überquerung des Mississippi weiter nach Rolla. Von weitem grüßt in St. Louis das Gateway Arch, das Tor zum Westen (der Edelstahl wurde von der Firma Krupp geliefert). St. Louis ist der Sitz der weltweit größten Brauerei, Anheuser & Busch (u.a. Budweiser), hier wuchs die Tänzerin Josephine Baker und der Jazz Trompeter Miles Davis auf.  

Über Lebanon (weiterer HD Händler!) Springfield, Missouri, über Gelena, Kansas, führt der Weg nach Tulsa, Oklahoma, in die ehemalige Staubschüssel. Die Landschaft wandelt sich hier auch weiter, wie den Bildern entnommen werden kann.  

Tulsa verlassen wir Richtung Oklahoma City nach Clinton. Hier befindet sich das Route 66 Museum (wird privat geführt), welches die Geschichte von Amerikas Hauptstraße objektiv wiedergibt und zu den besten, der Vielzahl von Route 66 Museen, entlang der Strecke zählt. Klar, dass wir dieses, nach Zahlung eines Eintrittsgeldes von 5,00 Dollar, auch näher in Augenschein genommen haben.

Weiter geht´s über Elk City, hier befindet sich das National Route 66 Museum mit einer Vielzahl weiterer kleiner Museen zzgl. Farm und Ranch Museum, welches leider geschlossen war und so nur von außen besichtigt werden konnte, mit einem „Grenzübertritt“ Nähe Fullet, nach Amarillo, Texas. Die Landschaft verändert sich in ein weites offenes, teilweise karges Land. Eine Kuriosität im Vorbeifahren ist sicherlich der „schräge“ Wasserturm von Britten. In Amarillo ist die Hauptattraktion (Touristenfalle!) die Big Texas Steak Ranch, wo man freiwillig (?), in einer Stunde, ein 2 kg schweres Steak mit Beilage unter Beobachtung der gesamten Restaurantbesucher auf einer Bühne verschlingen kann. Falls man es schafft geht´s auf´s Haus, falls nicht sind 55 Dollar zu zahlen. Als wir da waren versuchte einer sein Glück, musste aber feststellen, dass sein Magen zu klein war. Wie einem beiliegenden Bild entnommen werden kann, hat aber eine Frau es geschafft, das in 5 Minuten zu eliminieren und danach noch ein zweites Exemplar zu vertilgen. Die Dame muss eine Anakonda im Bereich der Magenwände eine Wohnstadt gewähren!

In der Nacht zog über Amarillo eine Schlechtwetterfront mit Böen in Orkanstärke, Starkregen mit Blitz und Donner hinweg, welches eigentlich keinerlei Erwähnung bedürfte, hätte wir in dieser Nacht nicht auf der Big Texas Ranch in einem Blockhaus genächtigt, was die Empfindungen bzgl. des Wetters als Deutscher, der gewohnt ist in „Steinbauten“ zu leben bzw. zu nächtigen, doch erheblich negativ  beeinflusste.

Morgens war alles wieder klar und auf nach Santa Fe, New Mexiko, vorbei an der Cadillac Ranch, welche nur noch ein jämmerliches Beispiel an Verfall darstellt. Total „vergammelt“ und besprüht, teilweise ohne Türen, nur noch das Chassis steht, lässt sich die Genialität dieses Kunstwerkes nur noch erahnen. In Adrian befindet sich der „Midpoint“; danach ist es von dort genauso weit nach Chicago, als auch nach Los Angeles, jeweils 1.139 Meilen. Ob dies auch heute noch stimmt, keine Ahnung, es ist halt einfach eine romantisch empfundene Vorstellung, dass es so sei!

 

Weiterlesen Amerika, Traum, Mythos und Wirklichkeit - Teil 2

Bericht: Jürgen Mies

Bilder: Beifahrerin und Kamerafrau Edith Mies und Jürgen Mies