Rulaman Deutschland e.V.
    ...willkommen in der Höhle

Hamburg Harley Days, die 10te

Moin, Moin, Hamburg Harley Days, die 10te
 
Die Wettervorhersagen ließen auch für diesen Event in 2013 nicht das Beste hoffen, hatten aber auch noch Spielraum für den Glauben auf Wetterbesserung.
Die Hamburg Harley Days fanden im Rahmen der Feierlichkeiten zum 110 jährigen Bestehen von Harley Davidson bzw. dem 10. Jubiläum der HH Harley Davidson Days, wie glücklicher Weise in den letzten Jahren, wieder auf dem Großmarktgelände bzw. mit einem „Ableger“ auf dem Spielbudenplatz auf der Reeperbahn, statt.
Unser Hauptquartier war, wie immer das Hotel Graf Moltke, in dem auch unsere Freunde Claudia und Ralf vom Niederrhein, als auch manch andere Harley Fahrer, ihre Unterkunft gebucht hatten.
 
Traditionell wird am Freitagvormittag, nach Studium des Ebbe- und Flutkalenders, immer mit einer kleinen Barkasse eine Hafenrundfahrt durchgeführt, mit dem Ziel auch in die letzten Fleets der Speicherstadt hereinfahren bzw. an die dicken Pötte, so nah wie möglich ran fahren zu können. (vgl. anbei gefügte Bilder)
Die neue Hamburger „Hafencity“ nimmt Jahr für Jahr auch immer mehr konkrete Formen an, verschiedene Wohn- bzw. Bürokomplexe, sind unter anderem von ausländischen Investoren, im Gegensatz zur Elbphilharmonie, bereits fertig gestellt und wie man erfahren konnte zum größten Teil verkauft. Für den Entschlossenen unter den Lesern ein Hinweis, es ist ein Schnäppchen, bereits für 10.000 Euro kann man hier einen Quadratmeter Wohnfläche käuflich erwerben.
 
Nach einer opulenten Stärkung im „Paulaner“ wurde dann am frühen Freitagnachmittag erstmalig das Eventgelände auf dem Großmarkt in Beschlag genommen. Die Harley Händler aus Lübeck, Kiel, Breitenfelde, Hannover, Frankfurt, Sylt, Augustfehn und unsere Freunde vom HD Motorclothes Berlin bzw. Hamburg Nord waren ebenso wie die Ausrüster Kess,  Zodiac, Remus, Jekyll and Hyde, sowie einer großen Anzahl weiterer kleiner Customizer, Ausrüster, Aussteller und dem Harley Davidson Expo Zelt vor Ort, vertreten.
Die Einrichtungen für den kleinen Hunger bzw. den großen Durst waren über JD, Bierstände, Nordhäuser Korn Bude, Kaffee Buden, Crepes, Husumer Krabben Bude, Fisch-, Spanferkel-, Fritten- und Currywurstbuden strategisch über das gesamte riesige Gelände verteilt um dem erwarteten und später auch eintretenden Ansturm halbwegs gerecht zu werden.
Nachdem die Eventshirts, Pins und Patches die „Eigentümer“ gewechselt hatten, konnten die Aussteller mit der gebotenen Sorgfalt in Augenschein genommen werden. Klar ist ebenso, dass sich auch hier manches Kleidungsstück bzw. Ausrüstungsteil für die Harley Davidson „am Mann“ befand,
 
Am Freitag konnte die Mainstreet, welche durch das Eventgelände führt (Motto: gehört und gesehen werden) in Stop and Go Manier befahren werden. Am Samstag wurde diese Möglichkeit komplett unterbunden, da durch die Menschenmassen ein Befahren nicht mehr möglich war. (siehe Bilder) Musikprogramm auf allen Bühnen und teilweise auch an den Ständen sorgte mit dem Milwaukee Geräusch für die notwendige Unterhaltung. Später trafen wir auch noch die Rulamans Inge und Dietmar, mit denen wir uns auf dem Eventgelände verabredet hatten.
Nachdem „unser Stammlokal“ Cafe Keese auf der Reeperbahn nunmehr ein Fischlokal der Firma Gosch beherbergt, wurde die abendliche Runde kurzerhand in die Bar von Schmidt Tivoli Theater am Spielbudenplatz verlegt. Eine sinnvolle Entscheidung, da direkt gegenüber auf der Vattenfall Bühne ein Live Musikprogramm geboten wurde und auch hier sich die Möglichkeit ergab mit den vorbei flanierenden Harley Davidson Freunden sich auf ein Weizen oder ein Astra zu unterhalten.
 
Am späten Samstagvormittag wird ebenfalls, schon traditionell, eine Binnen- und Außenalster Rundfahrt, startend am Jungfernstieg, aber nur mit dem ältesten Dampfschiff bzw. dem ältesten erhaltenen Fahrzeug des Hamburger Nahverkehrs, dem Dampfer St. Georg von 1876, unternommen. Hier führt die Schifffahrt unter anderem an dem Hotel Vier Jahres Zeiten, Hotel Atlantik (erster Wohnsitz von Udo Lindenberg), dem Hapag-Lloyd Gebäude, dem amerikanischen Generalkonsulat, verschiedenen hanseatischen Ruder- und Segelclubhäusern und den eleganten Villen (Joop etc.) bzw. dem Gästehaus des Senats, vorbei.
Im Anschluß ging es wieder raus auf das Eventgelände, den Himmel, jedoch stets im Auge behaltend, da die Wettervorhersagen für den Samstagnachmittag bzw. Abend nichts Gutes erwarten ließen.
 
Samstag kristallisiert sich dann der „Fluch und/oder der Segen“ dieses Stadtevents heraus. Menschenmassen ohne Ende, komplette Familien mit Kleinkindern, Jugendliche, Junggesellen/innen Verabschiedungen oder Vereine, bestrebt mit dem Ansinnen, wie eine kurze Befragung meinerseits ergab, „Harleys und Rocker kucken“ und fotografieren. Manche haben noch gefragt, ob sie einen knipsen dürften, viele aber auch nicht und manchem so belästigten Harleyfahrer sah man es letztlich auch an. Mir bzw. uns war es in rheinischer Fröhlichkeit und Gelassenheit egal und wir haben uns auch mit manchem Deern oder Kurzem (Kind) im Arm freiwillig ablichten lassen.
Samstagabend wurde wieder Quartier in der Bar von Schmidt Tivoli, diesmal aber Vorsichtshalber, drinnen auf den roten Plüschsessel bzw. -Sofas genommen. Wir saßen noch nicht richtig und waren beim ersten Weizen, als mehrere länger andauernde starke Regenschauer die Menschenmassen auf dem „Ablegereventgelände“ Spielbudenplatz in die angrenzenden Kneipen und Gaststätten etc. „jagte“. Wir saßen ja im Trocknen, wenn auch „Gott sei Dank“ nicht auf dem Trocknen und konnten auf besseres Wetter hoffen, was dann auch kurz vor Mitternacht der Fall war.
 
Die Parade wurde am Sonntag bei wechselhaftem Wetter von ca. 15.000 Harley vollzogen.
 
Folgende Chapterfreunde konnten begrüßt werden:
South Wettern Chapter Sweden, die mit ihrem neuen Direktor kurzerhand ihre Jahresausfahrt nach Hamburg unternommen hatten, Hannover, Hanseaten e.V. , Metropolitan, Hamburg, Checkpoint, Welfen, Breitenfelde, Weser Ems e.V.,  Steelworks, Thousend Hills, Westfalen Mitte, Sylt, Milano, 45 Bad Friends, Ruhrpott, Mainhattan, Barbarossa, Baltic und First Thüringen e.V. .
 
Drei Angelegenheiten bedürfen auch noch der Berichterstattung:
 
Am frühen Samstagabend hatte ein 51-jähriger auf einer Triumph Rocket III den irrwitzigen Einfall ein Wheelie auf der Reeperbahn zu versuchen, was natürlich misslang und krachte dann in 2 Passanten und 4 Motorradfahrer, welche am Straßenrand bzw. in den dortigen Außengastronomien saßen und verletzte diese zum Teil schwer. Im Zuge der Unfallaufnahme flüchtet der Triumphfahrer auch noch, konnte aber anhand dem mannigfaltigem Bildmaterial anderer Anwesender von der Polizei schnell ermittelt werden.
 
In der Parade verlor ein Fahrer eines nicht amerikanischen Gespanns die Kontrolle und fuhr auf einen vorausfahrenden Harley Davidson Fahrer auf und brach diesem das Bein.
 
Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, wenn man an dem nunmehr leeren Ladengeschäft von Georg Suck, dem ältesten Harley Davidson Händler in Europa und Deutschland (seit 1910), in der Almsickstraße vorbei geht, da Harley Davidson USA, dem letzten Geschäftsinhaber Thomas Suck, die Konzession, als offizieller Harley Davidson Händler zum 31. Dezember 2012, entzogen hat.   
 
Zum Schluß noch die Anmerkung, dass wir auch in 2014, an den 11. Hamburg Harley Days teilnehmen werden und „unser Zimmer“ im Graf Moltke gebucht haben, da dies trotz des „Mangel Menschenmassen am Samstag“ auf dem Großmarktgelände ein großartiger Event im Zusammenspiel mit dem was die Hanse Stadt Hamburg bietet, ist, einem Flair dem man sich nicht oder nur schwerlich entziehen kann.
 
Bericht: Jürgen Mies
Bilder: Edith und Jürgen Mies