Hamburg Harley Days

Bericht über die Hamburg Harley Days vom 28. Juni - 30. Juni 2019

Um es Eingangs direkt zu erwähnen, die 16. HH HD Days sind anders als alle anderen Events, da es sich um einen Stadtevent in einer rot-grün regierten Metropole handelt.

Dies zeigt sich schon alleine an der starken Polizeipräsenz, die auch versucht durch Fahrzeugkontrollen die „schwarzen Schafe“, welche ohne Führerschein, nicht angemeldeten und/oder versicherten Motorrädern, ohne TÜV, nicht verkehrssicher etc. etc. und dabei waren es zum größten Teil keine Harleys bzw. deren Fahrer, aus dem Geschehen fern zu halten. Es ist schwerlich nachzuvollziehen was in solchen „Teilnehmern“ geistig vorgeht; Fakt ist auf diese kann man gerne verzichten.

Ansonsten war fast alles wie immer auf dem Großmarktgelände; die HD Händler aus Hamburg Süd, Hamburg Nord, Lübeck, Breitenfelde und Hannover, German HOG Charity, waren ebenso wir alle Customizer und Veredler, freie Händler (insgesamt 100 Händler), Versorgungsstände aller Art über Flüssiges bis Handfestes in hoher Anzahl vorhanden, um wie der Presse am Sonntag, dem Hamburger Abendblatt entnommen werden konnte, den geschätzten 600.000 Besucher und ca. 50.000 Harleys und deren Fahrer/in, gerecht zu werden. Auffällig war das verschiedene HD Händler, sonst stets vor Ort, offensichtlich durch die Wetterkapriolen der letzten drei Jahre, in diesem Jahr nicht dabei waren.

Freitags war ein relativ ungestörtes, wenn auch stockendes schlendern über den gesamten Bereich bei bester musikalischer Unterhaltung von den beiden Bühnen möglich, was sich zum Feierabend hin durch weitere Besucher immer mehr verdichtete, sodass wir wieder in „unser Stammlokal Schmidt Tivoli“ auf der Reeperbahn uns mit anderen HD Freunden abgesetzt haben. Freitags ist hier stets Karaoke, wie immer im Leben der eine kann es, der andere weniger; aber das Lokal ist draußen und drinnen „rappelvoll“ und eine tolle Stimmung unter allen Besuchern, egal ob HD Fahrer oder sonstige. Auf der Reeperbahn haben sich auch einige Änderungen ergeben, Olivias Kiezkneipe im Bereich Herz von St. Pauli ist verschwunden, auf dem Spielbudenplatz ist ein “städtischer Biergarten mit wenig Begleitgrün“, aber einer Vielzahl von Getränkeständen und Schwenkgrill Buden zzgl. Live Musik entstanden, welcher offenbar über den gesamten Sommer/Herbst betrieben wird. 

Irgendwann geht es dann Richtung Hotel, wir sind inzwischen in einem Hotel auf der Reeperbahn untergebracht, wie viele andere HD Fahrer auch, haben wir dem St. Georg Viertel, aufgrund der dort herrschenden Verkehrssituation, als auch des gesamten Umfeldes, nach all den Jahren „ade gesagt“. Samstagmorgen ist stets ein auf Hamburg bezogenes  Programm auf der Agenda, in diesem Jahr war es das Hamburg Dungeon, in der Speicherstadt.

Hier wird in 11 Shows, die Hamburger Geschichte von einer Vielzahl von Schauspielern in historischer Kleidung, unter Einbeziehung der Besucher, dargebracht. Es waren unterhaltsame 2 Stunden und man sollte es zukünftig noch einmal wiederholen, da die Shows und deren Geschichten im Laufe der Zeit wechseln.

Danach erneut auf das Eventgelände und wieder zu dem Schluss gekommen, dass offenbar fast jeder Hamburger Einwohner, irgendwann oder irgendwie sich auf das Eventgelände bei kostenlosen Eintritt begibt, um „Rocker zu schauen“. Komplette Familienverbände mit Kindern aller Altersklassen, Oma. Opa, alles war vertreten und es war außer den über 34 Grad auch körperlich ein Problem, zum einen „seinen Weg“ zu gehen und zum anderen einen schattigen Platz in einer der Getränkestände oder dem Team 412 Zelt zu finden, da alles restlos überfüllt war, das Servicepersonal seine „liebe Not“ hatte der Situation gerecht zu werden und jedem seine Getränke zeitnah zu liefern.  Irgendwann kommt man trotz der guten Musik, der alles im allem guten Stimmung und der damit verbundenen Gespräche zu dem Schluss „raus hier aus dieser Freiluftsauna“ und ab auf die Reeperbahn. Hier hatte sich die HVV auch ein besonderes Schmankerln ausgedacht, da die Landungsbrücken bzw. die Reeperbahn mit der U-Bahn wegen Bauarbeiten nicht zu erreichen war, man musste entweder bis Baumwall mit der U-Bahn fahren und dann den Bus nehmen oder direkt mit der S-Bahn, nach einem kurzen Fußmarsch zum Hammerbrock, die Fahrt nach St. Pauli, Station Reeperbahn, vollziehen.

Der Samstagabend wird traditionell wieder im Schmidt Tivoli verbracht im Kreis der dort ebenfalls anwesenden HD Fahrer, bei netten Benzingesprächen, guter Musik und dem einen oder anderen Getränk in angenehmer Atmosphäre.

Bei der Abfahrt am Sonntagmorgen waren dann schon die ersten Arbeiten für den gegen Mittag stattfinden Hamburger Marathon, unter anderem auch auf der Reeperbahn in vollen Gange.

Die Parade haben wir nicht mehr wahrgenommen, laut der Presse sollen 7000 Harley Fahrer daran teilgenommen haben.

Von RULAMAN waren nachweislich vor Ort: Gudrun und Heinz, Edith und der Verfasser

Die nächsten, 17. HH HD Days, vertraglich gesicherten letzten HH HD Days, finden vom 26.-28. Juni 2020 statt. Wie und ob es weiter geht, war seriös nicht zu erfahren; die Hotelbetreiber, die Gastronomie etc. etc. sind von den Teilnehmern der HH HD Days überzeugt, verschiedene betroffene Anwohner eher nicht, durften sie doch ggf. wegen ihrer alten Dieselfahrzeuge nicht mehr überall fahren und wir Harley Fahrer dürfen zu jeder Tageszeit mit unseren Maschinen letztlich ungestört entlang fahren. In der Tagespresse, besonders dem Hamburger Abendblatt, wird durch sehr scharfe Kommentare, der „Nichtverlängerung dieser Veranstaltung“ das Wort geredet wird. Schauen wir mal, wohin das alles bei einem grünen Verkehrssenator in einem rot-grünen Senat in der Bürgerschaft der Freien und Hanse Stadt Hamburg führt.

Bericht: Jürgen Mies Bilder: Kamerafrau und Beifahrerin Edith Mies und Jürgen Mies





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